Vampire und andere Blutsauger
spielen in der Mythologie aller Völker zu allen Zeiten eine große Rolle.
Vampire sind die bekanntesten aller Blutsauger, Untoten und Wiedergänger.
»Vampir (18. Jh.) – aus serbokroat. vampir: Verstorbener, der nachts aus dem Grab steigt, um Lebenden Blut auszusaugen«, so definiert den Vampir das Duden-Herkunftswörterbuch. Auch die Vampir-Fledermäuse werden als Vampire bezeichnet. Der Begriff »Vampir« ist noch relativ jung und erst seit etwa 1700 belegt für den polnischen und russischen Sprachraum, dort eingeschränkt auf den klassischen »wiederkehrenden Blutsauger«. In vielen Balkanländern nennt man den Vampir vukodlak (serbisch) oder brukolak (griechisch), was jedoch beides Wolfspelz, also eigentlich Werwolf, bedeutet. Ein Werwolf saugt aber kein Blut... Manche Autoren leiten den Vampir her vom türkischen uber (»Nichtflieger«) oder aus dem polnischen upior (geflügeltes Gespenst; upierzic heißt »mit Federn versehen«).
Auch in modernen Kinder- und Fantasy-Büchern spielen Vampire oft eine große Rolle, z. B. in den Harry-Potter-Romanen: Lord Voldemort erhält sich vampirgleich am Leben, indem er das Blut eines gemeuchelten Einhorns trinkt. Im zweiten Schuljahr von Harry gehört das Buch »Abstecher mit Vampiren« von Gilderoy Lockhart zur Pflichtlektüre, und Harry muss im Unterricht von Lockhart einmal einen Vampir spielen, der nach der Begegnung mit Lockhart nur noch Kopfsalat essen kann. Der Umgang mit Vampiren ist u.a. geregelt in §12 der »Richtlinien für die Behandlung nichtmagischer Teilwesen«.
Der Vampir ist keineswegs nur ein abendländisches oder gar christliches Monster; auch in Afrika, bei den Germanen, Griechen, Römern und Kelten gibt es Blutsauger-, Wiedergänger- und Untoten-Vorstellungen, in Mexiko, China, Indien, oder Malaysia – Vampire kommen in den Legenden praktisch aller Völker seit alters her vor. Der »klassische« Vampir ist ursprünglich wohl in Bulgarien und dem Gebiet des heutigen Rumänien beheimatet, auch wenn es Vorfahren auch anderswo und erheblich früher gab. Der Vampirglaube ist dort seit Jahrhunderten und bis in unsere Zeit verbreitet. So grub man dort vor 200 Jahren die Leichen von Kindern nach drei, die junger Leute nach fünf und alle anderen nach sieben Jahren wieder aus, um zu schauen, ob sie sich in Vampire verwandelt hatten. Waren die Leichen nicht vollständig verwest, wurden sie einem der zahlreichen »Reinigungsverfahren« unterzogen. Noch 1920 soll es in der Bukowina zu zahlreichen Leichenausgrabungen gekommen sein. Die Angst vor den »Untoten«, den »Wiedergängern«, war groß – und ist es in manchen Schichten noch heute. Im späten 19. Jahrhundert noch wurden in den USA Vampirhinrichtungen vollzogen und gab es in Preußen Prozesse gegen Leute, die aus Vampirfurcht Leichen ausgegraben und geköpft hatten; für 1913 ist ein solcher Fall in Sensberg belegt. In Rumänien glauben heute immer noch große Teile der Bevölkerung an Vampire. In Rumänien wurde 1997 eine Scheidung ausgesprochen, weil die Frau eine ®Hexe und ein »energetischer Vampir« sei und ihrem Mann die sexuelle Energie raube. – Es gibt viele Vorfahren und Verwandte des Vampirs; aber auch über den »klassischen« Vampir waren die Vorstellungen schon immer unterschiedlich, hier einige Beispiele aus dem Volksglauben: Der Vampir liegt tags über mit offenen Augen im Sarg, manchmal auch komplett in Blut eingetaucht. Er kann sich verwandeln in verschiedene Tiere und in Nebel – ja sogar in einen Heuschober. Er kann an senkrechten Wänden klettern, fliegen, auf den Strahlen des Mondlichtes reisen... Manchmal ist seine Stärke von den Mondphasen abhängig, hat er kein Spiegelbild, wird er von Sonnenlicht oder Wasser zerstört, kann kein fließendes Wasser überqueren und keine Nahrung zu sich nehmen... Oft wird ihm nachgesagt, er könne Menschen bezaubern, und nicht selten ist sein Mythos mit dem des Gestaltwandlers verbunden.
Die moderne Vampirdefinition bezieht mythologische, literarische, psychologische, soziale und politische Aspekte ein: »Ein Vampir im strengen Sinne ist ein Verstorbener, der sein Grab verlässt, um Lebenden Blut auszusaugen. Ein Vampir im allgemeinen Sinne ist ein ehemaliger Mensch, der entweder nach seinem Tode in menschlicher Gestalt weiterexistiert oder aber seine Existenz über das natürliche Maß hinaus verlängert bzw. das Altern aufhält, jeweils indem er sich der Lebenskraft lebender Menschen bedient.« Nicht das Blut-Trinken ist also das Entscheidende am Vampir. Es ist das parasitäre oder raubtierhafte unnatürliche Wieder- oder Weiter-Existieren mit lebenden Menschen als Opfern.
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