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Bei Klett-Cotta bringt der »Herr der Ringe« das Geld

Ende April 2002 meldete Klett-Cotta, der Verlag, in dem die deutschen Ausgaben von Tolkiens Meisterwerk »Der Herr der Ringe« erscheint, dass Klett-Cotta von diesem Werk allein im Januar 2002 rund 300.000 Exemplare verkauft habe. Von den 600.000 eigens für den Filmstart gedruckten Exemplaren seien 75 % verkauft.

Der Stuttgarter Klett-Verlag konnte 2001 dank Tolkien ein Rekordergebnis verzeichnen: Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nahm um rund 70 % auf 9,7 Millionen Euro zu, von denen über vier Millionen Euro von Klett-Cotta kamen, jenem Verlagsteil, in dem die Fantasy-Literatur und vor allem Tolkien erscheint. 2002 soll dieses Ergebnis auf rund elf Millionen Euro gesteigert werden.

Klett-Cotta veröffentlich keine Zahlen zu den verkauften Titeln, doch wenn Klett-Cotta vier Millionen Jahresumsatz hatte, kann man sich bei den oben genannten Verkaufszahlen des »Herrn der Ringe« leicht ausrechnen, dass Tolkien den Löwenteil des Umsatzes ausmachen und das übrige Fantasy-Programm »sponsorn« muss. Klett-Cotta bzw. die »Hobbit-Presse« ist und bleibt eben in erster Linie der deutsche Tolkien-Verlag.

Deshalb sollte sich der Verlag nach meiner Auffassung noch einmal intensiv überlegen, ob es nicht besser wäre, auf die Kritik von Fans und Fachleuten an der neuen Übersetzung einzugehen.
 

Der Verkauf des meistverkauften belletristischen Werkes aller Zeiten (nur die Bibel wurde häufiger verkauft), des »Herrn der Ringe«, hat nach dem erfolgreichen Start des ersten Teils der Verfilmung von Peter Jackson  weltweit angezogen. Ob sich allerdings die Erwartungen mancher Verlagsleute erfüllen, dass sich der Verkauf nach Erscheinen des zweiten und dritten Filmteiles noch einmal steigern lasse, ist fraglich. David Brawnbeim britischen Verlag Harper Collins für Tolkien zuständig, hat sich schon besorgt gezeigt: Wenn alle Interessierten ihren »Herrn der Ringe« hätten, wer sollte dann noch Tolkien kaufen? Sicher ist dies übertrieben, denn es wachsen stets neue Generationen von Leserinnnen und Lesern heran (und nach dem 20. Lesen braucht man vielleicht auch mal ein neues Exemplar...).
Doch da die meisten, die den »Herrn der Ringe« nach dem ersten Film gekauft haben, wohl gleich alle drei Bände erwarben, dürfte es bei den nächsten beiden Filmen kaum noch einmal einen so großen Verkaufserfolg wie nach dem ersten Film geben.