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Wolfgang Krege (1.2.1939 – 13.4.2005) ist tot

Auch wenn seine Neu-Übersetzung von DER HERR DER RINGE (2000) umstritten ist und sein HANDBUCH DER WEISEN VON MITTELERDE wie auch sein ELBISCHES WÖRTERBUCH berechtigte Kritik auf sich zogen: Wolfgang Krege gehörte zu den bedeutenden Tolkien-Übersetzenden der deutschen Sprache neben Margaret Carroux Hans J. Schütz und Ebba-Margareta von Freymann.

Krege wurde 1939 in Berlin geboren, studierte an der Freien Universität Philosophie und arbeitete dann als Lexikonredakteur, Werbetexter und Verlagslektor, seit 1970 auch als Übersetzer. Von den rund hundert Sach- und belletristischen Büchern, die er aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche übertrug und die ihm einen Ruf als kompetenter Übersetzer eintrugen, haben ihn vor allem die Tolkienübersetzungen einem breiten Publikum bekannt gemacht.
Hervorragend, präzise und poetsch zugleich ist seine Übersetzung des SILMARILLION, mit der er sich einen Name als Tolkien-Fachmann machte. Auch die Neuübersetzung des HOBBIT und seine Übersetzungen der ersten beiden Bände der HISTORY OF MIDDLE-EARTH (DIE VERSCHOLLENEN GESCHICHTEN) sowie der wichtigen Aufsätze von Tolkien, seiner BRIEFE und der Tolkien-Biographie von Humphrey Carpenter gelten als gelungen und kongenial.

Auch wenn ich Kreges Neuübersetzung und seine eigenen Werke kritisiere, würdige ich ihn als konsequenten und meistens stilsicheren Übersetzer, einen der Meister seines Fachs. Ohne ihn läge uns vieles von Tolkien nicht in so hervorragender deutscher Übersetzung vor, und er hat die Rezeption von Tolkiens Werken in Deutschland wesentlich geprägt.